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VMware ESXi oder doch Microsoft Hyper-V – Wechseln, dann aber richtig

Aktualisiert: März 6

Für unsere Kunden migrieren wir häufig Virtualisierungsumgebungen von VMware ESXi auf Microsoft Hyper-V. Unsere Kunden setzen damit vollständig auf die Microsoft-Produktpalette und nutzen diese mit all ihren Vorteilen. Sie vereinfachen ihre Administration durch ein einheitliches Handling vom Hypervisor bis hin zu den Virtuellen Maschinen. Wir unterstützen unsere Kunden bei den Migrationen gesamtheitlich!


Microsoft Virtual Machine Converter


Generell leistet der Microsoft Virtual Machine Converter 3.1 (Download – auch wenn der Link auf die Version 3.0 verweist, verbirgt sich 3.1 dahinter) zuverlässige Dienste. Je nachdem wie der Converter genutzt wird, wird die VM auch direkt im Zielsystem betriebsbereit erstellt.

Bei der Umwandlung der Disks sind jedoch einige Aspekte zu beachten, die der Assistent bereits weitgehend selbst berücksichtigt.

Wichtig sind dabei:

· VHDX ist generell einer VHD vorzuziehen: Einerseits sind VHDX deutlich stabiler (sollte z. B. ihr Storage mal volllaufen sind VHD-Dateien erfahrungsgemäß beschädigt und nicht mehr verwendbar, VHDX halten dies meist unbeschadet aus), andererseits auch performanter.

· Dynamische Disks sind statischen Disks vorzuziehen: Einerseits sparen Sie sich damit Platz, andererseits ist dies auch unter Performanceaspekten die Empfehlung von Microsoft.

Als Quelle kann dabei einerseits eine laufende Maschine (virtuell oder physikalisch) dienen, die online und somit zur Laufzeit des Systems abgezogen wird oder andererseits auch eine VM von außen migriert werden.

Bitte beachten Sie jedoch, dass ggf. Aufgrund anfänglich fehlendem IP-Connect nach der Konvertierung für die Anmeldung, speziell an Serversystemen, ein lokaler Administrator praktisch ist.


Migrieren von VMware-vDisks


Zur Offline-Migration, kann via PowerShell auch ein VMDK-File in eine VHDX konvertiert werden. Speziell bei der manuellen Migration per PowerShell sollten die notwendigen Parameter hinsichtlich Disk-Format und Disk-Type mit angegeben werden.





Sehr häufig wird direkt die VMDK-Dateien analog obiger Schritte migriert. Dabei kommt es gelegentlich zu der Fehlermeldung ”The entry 1 is not a supported disk database entry for the descriptor.“




Diese Fehlermeldung kann durch Bearbeitung der VMDK-Datei behoben werden. Hierzu sind die Tools dsfo.exe und dsfi.exe notwendig. Der Download ist hier möglich.

Über die Kommandozeile wird mit

dsfo.exe "C:\VMDK\Disk1.vmdk" 512 1024 "C:\VMDK\descriptor.txt"

das Disk-DescriptorFile der VMDK-Datei exportiert werden.

Anschließend wird innerhalb der Textdatei der Eintrag

ddb.toolsInstallType = „1“

durch Ergänzung einer Raute ganz am Anfang der Zeile deaktiviert. Die Textdatei wird gespeichert und über

dsfi.exe "C:\VMDK\Disk1.vmdk" 512 1024 "C:\VMDK\descriptor.txt"

wieder in die VMDK-Datei zurückgeschrieben. Anschließend lässt sich die VMDK-Datei über PowerShell mit ConvertTo-MvmcVirtualHardDisk fehlerfrei konvertieren.


Erstellen einer VM im Hyper-V


Sobald nun die VHDX vorliegt, kann im Hyper-V eine VM-Hülle erstellt und diese mit der entsprechenden Disk versehen werden. Generell ist eine Generation 2 VM der Generation 1 VM vorzuziehen. Hierfür sprechen nicht nur Performancegründe, sondern auch die erhöhte Flexibilität bei Diskerweiterungen. Oftmals werden seitens VMware jedoch nur Disks mit MBR statt GPT und damit BIOS statt UEFI zur Verfügung gestellt. Ist dies der Fall, sind diese Disks direkt nur für Hyper-V-Generation 1 VMs passend. Eine Umwandlung von Generation 1 nach Generation 2 wurde ursprünglich als nicht möglich, später dann als sehr aufwändig beschrieben. In der Microsoft Gallery gibt es ein Skript, welches das Umkopieren übernimmt. Dieses funktioniert jedoch nur langsam und nur mit Servern-Betriebssystemen <= Windows 2012 R2. Bei aktuellen Systemen läuft dies erfahrungsgemäß nicht wirklich gut.

Es gibt jedoch ein schnelleres, einfacheres und eleganteres Vorgehen. Bei aktuellen Betriebssystemen ist die einzige Herausforderung, dass die Disk mit GPT partitioniert sein muss und nicht per MBR. Der Aufwand die Disk umzuwandeln ist vergleichsweise minimal:

Die VHDX wird durch Doppelklick als Laufwerk gemountet. Über das Kommandozeilen-Tool Diskpart.exe kann die Disknummer ausgelesen werden, in dem folgenden Beispiel ist es die „2“:


C:\Windows\system32>diskpart.exe

Microsoft DiskPart version 10.0.18362.1

Copyright (C) Microsoft Corporation.

On computer: DESKTOP-32SOULD

DISKPART> list disk

Disk ### Status Size Free Dyn Gpt

-------- ------------- ------- ------- --- ---

Disk 0 Online 60 GB 0 B *

Disk 1 Online 50 GB 1024 KB *

Disk 2 Online 60 GB 1024 KB

DISKPART> exit

Leaving DiskPart...

C:\Windows\system32>


Kopieren Sie sich nun aus einem aktuellen Windows 10 System aus dem Ordner C:\Windows\System32 die MBR2GPT.EXE und starten Sie diese in einer Administrator-CMD

C:\Windows\system32>mbr2gpt.exe /Convert /disk:2

Anschließend wird die Disk über den Windows Explorer wieder ausgeworfen. Wird die Disk in eine Hyper-V Generation 2 VM angefügt, ist diese durch die Modifikationen nun bootfähig.


Bereinigen der VM


Nach dem Boot der VM sollten, sofern noch nicht geschehen, die VMware-Tools deinstalliert und im Gerätemanager unter ‚Ausgeblendete Geräte‘ alle alten VMware-Devices entfernt werden.

Da die Netzwerkadapter durch die Konvertierung neu erstellt werden, muss ggf. eine statische IP-Konfiguration manuell wiederhergestellt werden.


Migration fast ohne Downtime


Das oben beschriebene Verfahren setzt während der Umwandlung eine längere Downtime des zu migrierenden Systems voraus. Soll dies vermieden werden, so können sowohl bei On-Prem- als auch bei Cloud-Migrationen andere Verfahren verwendet werden. Dies ist z. B. auch mit Azure Site Recovery möglich. Hier werden die VM-Inhalte so lange zwischen Quell- und Zielsystem repliziert und parallel migriert, bis die Original-VM zu einem definierten Zeitpunkt abgeschaltet wird. Über einen ‚Failover‘ erfolgt dann die Umschaltung auf die Hyper-V- oder eben auf die Azure-VM.

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